Handarbeits-Faustregeln

Informationen und Faustregeln beim Stricken, die das Leben einfacher machen.

Lauflänge = Nadelstärke (in etwa)
Halsausschnitt
Perfekte Schal-Länge
Woll-Menge
Randmaschen: Knötchenrand oder V-Maschen?
Zusammennähen mit dem Matratzen-Stich
Wieviele Maschen müssen für eine Blende aufgenommen werden?
Doppelte Maschen aufnehmen
Knopflöcher


 

Lauflänge = Nadelstärke (in etwa):

 

Lauflänge

=

Nadelstärke

210

=

2,0

170

=

3,0

140

=

4,0

110

=

5,0

80

=

6,0

50

=

7,0

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Halsausschnitt:

Wenn man die Unterbrustbreite durch 3 teilt, dann hat man mit dem mittleren Drittel die perfekte Breite für den Halsausschnitt. Mit dieser Methode wird der Halsausschnitt niemals zu eng oder zu weit.

Hals-Ausschnitt

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Perfekte Schal-Länge:

Die Mindest-Länge eines Schals sollte die Entfernung von einen Handgelenk zum anderen sein bei seitlich ausgestreckten Armen.  (Bei einer Personen-Größe von ca. 170 cm sind das etwa 135 cm oder etwa 80%.)
Die maximale Länge ist die Entfernung zwischen der Mittelfingerkuppe der einen Hand zur Mittelfingerkuppe der anderen Hand. (Bei einer Personen-Größe von ca. 170 cm sind das etwa 170 cm. Übrigens: Körpergröße und Ausgestreckte-Arme-Breite einer durchschnittlichen Person sind immer in etwa gleich. 🙂 )

Schal

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Woll-Menge:

Das Vorderteil, das Rückenteil und die Ärmel machen (grob) je ein Drittel der Wollmenge aus.

d.h.:
Vorderteil              33%
Rückenteil             33%
(beide) Ärmel       33%
—————————
Gesamtmenge = 100% (grob gerechnet)

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Randmaschen: Knötchenrand oder V-Maschen?

Ich persönlich mag die „ordentlichen“ V-Maschen am Rand lieber. Man sieht die Randmaschen einfach besser beim Zusammennähen.

Der Knötchenrand hat aber auch Vorteile: er ist stabiler und auch minimal dehnbarer.

V-Maschen: In jeder Reihe die erste Masche abheben und die letzte Masche links stricken.
Knötchenrand: In jeder Reihe die erste und die letzte Masche rechts stricken.

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Zusammennähen mit dem Matratzen-Stich
  • Beide Teile, die zusammengenäht werden, liegen auf „rechts“ (die „guten“ Seiten schauen zum Betrachter).
  • Benötigt wird eine stumpfe Stopfnadel und einen Faden vom Strickteil, das jetzt zusammengenäht wird (gleiche Farbe + gleiches Material).
  • Ganz unten am Anfang geht die Nadel beim linken Teil von hinten nach vorne durch das erste V von den Randmaschen (damit das zu vernähende Reststück des Fadens hinten ist).
  • Dann geht die Nadel beim rechten Teil auch von hinten nach vorne durch das erste V (damit es ebenmäßig anfängt, sonst verrutscht das Bündchen und sitzt schief).
  • Jetzt fängts richtig an:  Die Nadel sticht von vorne nach hinten (beim linken Teil) in genau das Maschenloch, wo der letzte Faden rauskam und kommt ein V weiter oben wieder raus (ein V  entspricht genau 2 Einzelfäden).
  • Dann wieder zur rechten Seite und genau das gleiche: Da reinstechen, wo der letzte Faden rauskommt, ein V weiter hoch und dort mir der Nadel wieder rauskommen.
  • Nach 4 – 5 Durchgängen ziehen wir die Naht das erste mal zusammen: Das lose Ende des Fadens mit der einen Hand festhalten und mit der anderen Hand den Faden langsam stramm ziehen, so viel, bis sich die Naht gut geschlossen hat.
  • Und weiter gehts mit den Durchgängen: Immer da reinstechen, wo man vorher rausgekommen ist, Seite wechseln und wiederholen.

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Wieviele Maschen müssen für eine Blende aufgenommen werden?

An geraden Linien, wie z.B. an der Knopf-Blende:
Pro Randmasche 1 M aufnehmen. Zusätzlich jede vierte Masche doppelt, also plus 1 M zusätzlich.
An schrägen Linien, wie z.B. am Revers:
Pro Randmasche 1 M aufnehmen. Zusätzlich jede dritte Masche doppelt, also plus 1 M zusätzlich.

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Doppelte Maschen aufnehmen

Eine Randmasche sieht aus wie ein „V“ und besteht aus 2 Fäden. Beim normalen Aufnehmen einer Masche sticht man durch das ganze „V“, um den neuen Faden zu holen. Bei einer doppelten Masche sticht man anschließend noch einmal durch einen der beiden Fäden vom „V“ und holt noch einmal den Faden. Damit sind aus einer Randmasche 2 Maschen herausgestrickt.

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Knopflöcher

1.) Überlegung, auf welcher Seite die Knöpfe am liebsten getragen werden. (Ich persönlich bin Rechtshänder und trage die Knöpfe auf der rechten Blende, d.h. die Knopflöcher kommen dann in die linke Blende.)

2.) Überlegung, wieviele Knöpfe am besten aussehen. (Immer ungerade Zahl nehmen, wie bei Blumen in Blumensträußen auch!!)

2.) Halbe Blende stricken. Wenn z.B. die Blende mit 5 Reihen (plus Aufn und Abk) gestrickt wird, dann ergibt der folgender Strickplan:

1. Reihe (auf rechts): Maschen aufnehmen (siehe Hilfspunkt Wieviele Maschen müssen für eine Blende aufgenommen werden?)
2. Reihe (auf links): „hin“, z.B. im Bündchen-Muster „1 re/1 li“ oder „2 re/2 li“
3. Reihe (auf rechts): „zurück“
4. Reihe (auf links): „hin“ —Mitte— In diese Reihe kommen die Knopflöcher!
5. Reihe (auf rechts): „zurück“
6. Reihe (auf links): „hin“
7. Reihe (auf rechts): Maschen abketteln

3.) Nach der 3. Reihe (im Beispiel oben) mit einigen Hilfsfäden die Stellen der Knopflöcher markieren.

4.) Knopfloch machen:
An der Stelle angekommen (wo der Hilfsfaden z.B. 2 Maschen für ein Knopfloch markiert), die nächsten 2 Maschen einfach überziehen OHNE zu stricken, d.h. eine Masche über die andere ziehen. Dann ist eine Masche weniger. Das ganze noch einmal, dann sind 2 Maschen weniger.

Jetzt die ganze Arbeit wenden. Der Faden hängt nun an der linken Nadel. 2 neue Maschen auf die Nadel aufnehmen. Und zwar genauso, wie sonst auch: Von links nach recht durch die Masche stechen, den Faden holen und verschränkt auf die Nadel setzen (= plus 1 Masche). Und noch einmal (= plus insgesamt 2 Maschen).

Die ganze Arbeit wieder wenden und weiter stricken bis zum nächsten Knopfloch.

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